South-America Tour – Amazonas 1


Der Amazonas, unendliche Weiten von Regenwald, wilde Tiere, hohe Luftfeuchtigkeit und weit weg von der Zivilisation. Das Ziel auf das ich mich am meisten freute, stand bevor. Doch vorher hieß es einen der stressigsten Flüge auf dieser Reise zu überstehen. Von Bogota aus ging der erste Flug um 1:30 morgens nach Lima. Dort hieß es dann 5 Stunden auf den nächsten Flug warten, mit dem es dann nach Puerto Maldonado ging, mit einem Zwischenstopp in Cusco (ohne Aussteigen). Der Flughafen in Puerto Maldonado gab genau das wieder, was ich erwartet hatte: einen filmreifen, unebenen, holprigen, von Bäumen umringten, kleinen Flughafen- mitten im Urwald. Es fehlte eigentlich nur, dass man in einer alten Propellermaschine angekommen wäre.
Der Amazonas hat uns mit einem super Wetter und einer Luftfeuchtigkeit von 80-90% begrüßt. Direkt vom Flughafen ging es dann zum Headquarter von unserer Amazonas Lodge, wo dann erst einmal umgepackt wurde. Es wurde nur das nötigste mit auf die Reise in den Dschungel genommen. Nach dem Umpacken und einigen Instruktionen ging die Reise weiter zu dem „Hafen“. Von dort aus sind wir mit dem Boot immer flussaufwärts 3 Stunden bis zu unserer ersten Lodge gefahren. Schon jetzt wurden wir von den ersten Tieren begrüßt. Verschiedene Kaimane, Reiher und Brüllaffen zeigten sich neugierig wer denn die neuen Eindringlinge sind. Die Müdigkeit von dem anstrengenden Flug war, zumindest bei mir, schon lange gewichen.
Am selben Tag ging es nach dem Abendessen im Dunkeln nochmals mit dem Boot raus um Kaimane zu suchen. Allerdings muss ich ehrlich sagen, dass die kleine Nachtwanderung von der Lodge zu den Booten durch den Dschungel wesentlich aufregender war. Hier haben sich Tiere gezeigt, die am Tag versteckt bleiben. Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei.


Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen – 5 Uhr morgens – im Halbdunkeln wurde ein Aussichtsturm bestiegen der über die Baumkronen der Amazonasriesen hinaus ragte. Von hier aus wurde der Sonnenaufgang bestaunt, man hört und fühlt wie der Urwald erwacht. Ein tolles Erlebnis, bei dem man keine Sekunde daran verschwendet daran zu denken, dass man eigentlich hätte länger schlafen können.

Nach diesem morgendlichen Ausflug und einem sehr guten Frühstück ging es weiter, tiefer in den Regenwald hinein. Nochmal ganze 4 Stunden fuhren wir mit dem Boot zu unserer nächsten Lodge. Auch auf dieser Bootsfahrt konnten wir wieder einige Tiere sichten. Die Highlights waren ganz klar, als wir einen Jaguar an Land erblickten, der gerade aus dem Fluss kam und dann auch schnell wieder im Dickicht verschwand und, als wir kurz darauf den Weg eines Ameisenbären kreuzten, der gerade dabei war den Fluss zu durchqueren. Fast hätten wir ihn übersehen, weil seine lange Schnauze aussah wie ein alter Stock, der aus dem Wasser ragte. Was für tolle Erlebnisse an diesem noch frischen Tag.
Als wir dann bei unserer Haupt-Lodge, dem Tambopata Research Center, eine Forschungseinrichtung für Aras, ankamen, ging es nach einer Stärkung weiter zu unserer ersten Regenwaldwanderung. Der Wald war hier wesentlich mehr Regenwald, als in der vorherigen Lodge. Ohne Gummistiefel ging da gar nichts. An jeder Ecke gab es hier was zu entdecken, verschiedene Pflanzen und Bäume und natürlich immer wieder irgendwelche Tiere, ob groß oder klein. Am faszinierendsten fand ich die Blattschneideameisen, mit ihren meterlangen Straßen.

Nach dem Abendessen gab es dann noch einen kleinen Vortrag über die Arbeit des Research Centers, wie und warum die Aras gefährdet sind. Übrigens kommen die Aras, die sie dort aufgezogen haben, zur Essenszeit immer wieder und versuchen dir das Essen vom Teller zu klauen. Sehr beliebt ist vom Frühstück die Butter. Verscheuchen lassen sie sich oft nur mit einer Wasserpistole, aber trotz des gefährlichen Schnabels war es jedes Mal sehr amüsant für alle Gäste.


Auch am nächsten Morgen hieß es wieder vor 5 aufstehen. Es ging wieder zu einem Aussichtspunkt. Dieses Mal aber nicht um die Landschaft zu bestaunen, sondern um Aras und Papageien zu beobachten. Hierfür ging es zu einer sogenannten Salz-lecke, wo die Tiere hinkamen um ihren Mineralhaushalt aufzufüllen. Aus sicherer Entfernung haben wir dieses tolle Ereignis beobachtet. Danach ging es wieder auf eine Erkundungstour durch den Regenwald. Aufregend wurde es als wir uns mitten in einem Rudel von wilden Wildschweinen wiederfanden. Man konnte sie nicht sehen, aber von überall konnte man die Geräusche hören. Ab und zu haben wir auch welche zu Gesicht bekommen.
Unsere letzte Nacht brach an. Eigentlich stand noch eine Nachtwanderung an, aber das Wetter hatte extrem umgeschlagen. Es stürmte sehr stark und es sollte noch schlimmer werden. Es war schon gruselig. Man hörte die ganze Zeit wie die Äste knacksten und abknickten, konnte aber nichts sehen, weil es so dunkel war. Später wurden Decken und Wärmeflaschen verteilt. Noch war es allerdings extrem warm. „Ihr werdet schon sehen, wie kalt es hier auf einmal werden kann“, sagten uns Leute von der Lodge. Und wirklich in der Nacht ist es so extrem abgekühlt, dass die Rückfahrt am nächsten Tag bei Regen sehr frostig war. Das Wetter im Amazonas ist echt extrem. Ich fand es toll, so haben wir faßt alles mitgemacht, in dieser tollen fast unberührten Natur.

 


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