Great Ocean Road-18. March 2016-13

Die Great Ocean Road – Drei Fahrräder – 6 Tage – 331 km


Melbourne 17 März neun Uhr morgens. Wir sitzen vor dem Laden wo wir unsere Fahrräder reserviert haben. Er soll um neun aufmachen, jetzt ist es zehn nach neun, ein Mitarbeiter scheint auch darauf zu warten das er anfangen kann zu arbeiten. Um viertel nach neun kommt dann auch der vermeintliche Besitzer, auf jeden Fall hat er einen Schlüssel. Bevor wir allerdings rein können muss erstmal alles fertiggemacht werden. Um halb zehn können wir dann mit unserem Anliegen an den Tresen. Unser Anliegen löst allerdings leichte Nervosität bei den beiden Mitarbeitern aus. Drei Fahrräder für über eine Woche, und dann auch noch mit Satteltaschen? Dies haben sie nicht so oft, genau wie sie so eine Reservierung nirgends finden können. Nach weiteren 30 Minuten nervösen Umherlaufen der Mitarbeiter, teilt man uns mit: Kein Problem, sie haben genug auf Lager um uns für unsere Tour auf der Great Ocean Road auszustatten. Wir müssen nur noch etwas warten, weil die Bikes nochmal durchgecheckt werden müssen, recht so!


Geelong – Anglesea 37 km
Um elf sitzen wir glücklich auf unseren Fahrrädern, beladen mit jeweils 12-15kg, auf dem Weg zum Bahnhof. Ganz richtig, unsere Fahrradtour beginnt mit einer Zugfahrt. Mit dem Zug fahren wir bis nach Geelong und übergehen dadurch den Verkehr in Melbourne. Bei 32 Grad scheint die Sonne auf uns runter. Die ersten 15km bis nach Torque werden ohne Probleme bewältigt. Am Strand gönnen wir uns ein Eis und schauen wie weit wir evtl. noch fahren wollen. Wir beschließen bis nach Anglesea zu fahren und vorher in Torque noch mal einkaufen zu gehen. Auf dem Weg nach Anglesea nehmen wir gleich die erste Abweichung von der GOR um an der Küste entlang zu fahren. Die Küste dankt es uns mit tollen Ausblicken und zeigt uns mit den ersten Steigungen auf was wir uns da eingelassen haben.
Der Campingplatz in Anglesea war direkt am Strand und sehr gut ausgestattet. Nachdem das Zelt aufgestellt war, ging es auch direkt an den Strand in die letzten Sonnenstrahlen zu genießen. Wussten wir ja nicht das es vorerst die letzten Sonnenstrahlen sind, die wir die nächsten Tage sehen würden.


Anglesea – Wye River 50 km
18 März, es ist ein Uhr morgens. Geweckt von dem Geräusch von Regen der auf das Zelt runter prasselt werde ich wach. Es ist nur leichter Regen, nachdem ich die Fenster geschlossen habe schlafe ich wieder ein. Um drei Uhr werde ich von Regen der auf das Zelt donnert geweckt. Vorsichtshalber bringen wir unsere Taschen in den Waschraum. Um sechs Uhr hat der Regen immer noch nicht aufgehört und der Wind ist auch um einiges stärker geworden. Ein Blick nach draußen ließ und feststellen, dass wir umringt von Wasser waren. Auch im Zelt wurde es langsam nass. Wir brechen alles ab und bringen es in den Waschraum, hängen dort alles so gut wie möglich zum Trocknen auf. In der Campingküche warten wir auf besseres Wetter und bereiten alles für die Weiterfahrt vor. Zugegeben nach dieser Nacht dachten wir auch über andere Varianten nach. Aber der Regen ließ etwas nach und so setzen wir uns in einer der Regenpausen wieder auf die Bikes und machten uns auf in Richtung Lorne. Es regnete immer wieder mal und der Wind war uns auch nicht gerade eine Hilfe. Trotzdem konnte uns das Wetter nicht den Spaß verderben, die Ausblicke ließen einen das ganze schlechte Wetter fast vergessen.
Nach 30km kamen wir dann in Lorne an, dort kauften wir wieder ein und schauten wie es weitergeht. Wir beschlossen uns noch bis nach Wye River durchzukämpfen. Der Wind war schon so stark das wir Berg runter treten mussten um voran zu kommen. Immerhin hat der Regen immer mehr nachgelassen. Auf dem Campingplatz in Wye River konnten wir dann sogar unser Zelt im trockenen aufbauen.


Wye River – Cape Otway 64 km
Der nächste Morgen kam ohne nächtliche Zwischenfälle. Ausgeschlafen bauten wir das Zelt ab und machten uns auf Richtung Apollo Bay. Dort hieß es wieder einkaufen, denn hier gibt es für eine längere Zeit den letzten richtigen Einkaufsladen. Man bekommt zwar an den Rezeptionen der meisten Campingplätze ein paar Kleinigkeiten aber meist ist die Auswahl sehr gering und die Preise umso höher. So deckten wir uns ordentlich mit Lebensmitteln ein und machten uns auf den wohl schwierigsten Teil unserer Tour. Unser Ziel hieß Cape Otway, gelegen auf dem höchsten Abschnitt der Strecke. Ab Apollo Bay ging es nur noch Berg hoch, es war der Moment wo wir uns freuten das es keine 30 Grad mehr waren. Auf der Abzweigung nach Cape Otway begrüßten uns auch schon die ersten Koalas. Nachdem das Zelt aufgestellt war hatte ich die tolle Idee noch zum Leuchtturm zu gehen. Dummerweise haben wir uns leicht verlaufen um dann vor verschlossenen Toren zu stehen. Immerhin haben wir auf dem Umweg den Leuchtturm von weiten gesehen. 10km später kamen wir völlig fertig und hungrig wieder beim Campingplatz an. Da es kein gefiltertes Wasser hier gab haben wir uns, während wir gefuttert haben, für den nächsten Tag noch ein großen Topf Wasser abgekocht.

Teil 2

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